Was für die Begegnung zwischen Menschen gilt, gilt auch für die Interaktion Mensch-Maschine und speziell für den ersten Eindruck, den eine Webseite beim Anwender hinterläßt (ob das andersrum auch getestet werden kann?).
50 Millisekunden — das ist nicht wirklich lange, also ungefähr ein Augenaufschlag oder 1/20 einer Sekunde. Diese Zeitspanne hat eine Webseite laut Studie, um einen ersten Eindruck zu schinden. Innerhalb dieser Spanne bildet sich der Anwender sein erstes Urteil über die Seite. Ein allein ästhetisches Urteil, denn — logischerweise — Inhalt wird er da noch nicht aufgenommen haben. Ein ästhetischer Eindruck, der aber die weiteren Eindrücke, wie Struktur / Aufbau der Seite, Inhalte etc. entscheidend mit beeinflusst. Je positiver der erste Eindruck ist, umso aufgeschlossener ist der Anwender den weiteren Eindrücken gegenüber.
Die Begegnung mit einer Webseite ähnelt der ersten Begegnung mit einem Menschen. In Sekundenbruchteilen haben wir einen ersten Eindruck gewonnen.
Ein Phänomen, dass jeder von der ersten Begegnung mit anderen Menschen kennt. Lernen wir einen für uns neuen Menschen kennen, haben wir in Sekundenbruchteilen einen ersten Eindruck gewonnen, der eben auch nur optischer Natur ist. Wir ordnen wir ihn aber sofort in von uns gelernte Kategorien ein („Schubladen“ fände ich eine schöne Metapher). Der erste Eindruck sitzt sofort, sympathisch oder unsymapthisch. Und so sind wir von diesem ersten Sympathie-Eindruck stark beeinflusst beim weiteren Kennenlernen der Person. Je nachdem wie fest die Schublade ist, also wie aufgeschlossen oder verschlossen wir insgesamt sind, wird es der Person mehr oder weniger leicht fallen aus dieser Kategorisierung wieder rauszukommen.
Laut einer Studie ändert sich dieser erste Webseiten-Eindruck während des weiteren Surfens nur geringfügig. Sitzt der Eindruck erstmal, ist es anscheinend schwer diesen noch zu beeinflussen, zu verändern. Dies zeigt, wie wichtig eine optisch ansprechende, harmonische Webseitengestaltung ist. Das Design oder besser ausgedrückt die Tonality oder das Look & Feel muss auch unabhängig von der Benutzbarkeit der Webseite wirken, alles bevor der Nutzer überhaupt erst Details gesehen, geschweige denn gelesen hat.
Der erste Eindruck entscheidet allerdings nicht darüber, wie lange der User auf der Webseite bleibt und ob und wieviel Inhalt er aufnimmt. Innerhalb der ersten Millisekunden kann der Anwender zum Glück noch kein Browserfenster wieder schließen. Für die weiteren Eindrücke und daraus folgende Entscheidungen nimmt er sich zum Glück etwas mehr Zeit.
Dazu aber mehr in späteren Webdesign-Prinzipien…
Bericht über die Ergebnisse der Studie:
http://news.bbc.co.uk/2/hi/technology/4616700.stm
