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Webdesign-Prinzipien: Der zweite Eindruck

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Wie wich­tig der erste Eindruck einer Webseite ist, habe ich in einem frü­he­ren Artikel beschrie­ben. Der zweite Eindruck ent­schei­det aber, ob der Anwender auf der Seite län­ger ver­weilt. Welche Faktoren sind für den zwei­ten Eindruck von Bedeutung und wie kön­nen diese beein­flusst wer­den? Damit beschäf­tigt sich die­ser Artikel.

Um den Anwender von sich oder sei­nen Produkten / Leistungen zu über­zeu­gen, blei­ben einer Webseite meis­tens nur wenige Sekunden. Dieser zweite Eindruck ent­schei­det, ob der Anwender wei­ter auf der Webseite bleibt oder sie ver­lässt. Je nach Literatur / Studie und je nach­dem wie eng man den zwei­ten Eindruck fasst, kann man hier von ca. zwei bis gar zu zehn Sekunden aus­ge­hen. In die­sen ers­ten Sekunden also, will der Anwender unbe­wusst fol­gende Fragen beant­wor­tet bekommen:

  • Wo bin ich hier?
  • Wo kann ich hin?
  • Wo finde ich die Information, die ich suche?

Ergänzt durch die unbe­wuss­ten Über­le­gun­gen, ob die Webseite seriös genug ist und ihr zuzu­trauen ist, seine Bedürfnisse und Erwartungen zu stillen.

Welche Bedeutung hat der zwei­ten Eindruck?

Zum einen möchte der Anwender sei­nen ers­ten – hof­fent­lich schon posi­ti­ven — Eindruck bestä­tigt bekom­men, da wir unbe­wusst immer die Bestätigung unser Erwartungen suchen. Entscheidend ist dann die Glaubwürdigkeit der Seite. Trauen wir ihr zu, hier die Informationen zu fin­den, die ich suche und / oder schnell zu ihr zu kommen!

Was kann der User in den ers­ten Sekunden über­haupt aufnehmen?

Das so genannte Look & Feel – also das Aussehen und die Anmutung – neh­men wir unbe­wusst in Sekundenbruchteilen auf (siehe der Erste Eindruck).

Drei unter­schied­li­che Beispiele für das Look & Feel von Webseiten. Die Inhalte las­sen wer­den zu Beginn noch nicht wahr­ge­nom­men, der Eindruck ent­steht zuerst auf­grund der Gesamtgestaltung

In den ers­ten Sekunden scannt der Anwender die Seite erst­mal ab, er über­fliegt sie. Hier neh­men wir dann aber auch schon erste kon­krete Inhalte wahr, die optisch beson­ders her­vor ste­chen. Das sind meis­tens das Logo, die Hauptnavigation und da evtl. schon erste Menüpunkte, die ers­ten Headlines, Headerbilder, Werbebanner, erste Teaserbilder und Call-to-Action-Buttons.

Konsequenz für die Umsetzung:

Um die Seite leicht scan­bar zu machen, soll­ten die Inhalte über­sicht­lich gestal­tet sein und opti­sche Schwerpunkte gesetzt wer­den. Mit Farbkontrasten und Größenunterschieden kön­nen gezielt Highlights gesetzt wer­den. Ergänzt mit dem Einsatz von Leerraum lässt sich so die Aufmerksamkeit des Betrachters lenken.

Werden dann noch Design-Konvention beach­tet, wie bei­spiels­weise die Platzierung des Logos und der Hautpnavigation an den Stellen, wo es der Betrachter erwar­tet, kann die­ser die Seite mühe­los, sprich intui­tiv, überfliegen.

Da das Look & Feel sehr prä­gend für den Gesamteindruck ist, sollte die Farbgebung ange­nehm und die Auswahl der Bilder / Grafiken pas­send zum Thema der Seite und zu den Erwartungen der Betrachter sein.

Der Anwender wird auch schon erste Inhalte lesen, so dass die Hauptnavigation kurze klare Menüpunkte beinhal­ten sollte. Zu lange Namen, bzw. eine unein­deu­tige Benennung las­sen sich nicht schnell auf­neh­men und ver­wir­ren eher.

Die ers­ten Headlines soll­ten ebenso prä­gnant und ver­ständ­lich sein, evtl. ergänzt mit pas­sen­den Bildern. Bilder sind für eine schnelle Aufnahme sowieso am bes­ten geeig­net (siehe Serie Bilderwelten). Sie soll­ten aber auch schon eine klare Botschaft ver­mit­teln und nicht nur Selbstzweck sein. Also ent­we­der ent­schei­dend zum Look & Feel bei­tra­gen oder die Aufmerksamkeit des Lesers gezielt len­ken und dann span­nende Inhalte vermitteln.

Call-to-Action-Buttons fal­len nicht nur im Vergleich zu „nor­ma­len Links“ bes­ser auf, sie beinhal­ten auch gleich eine ein­deu­ti­gen Handlungsaufforderung, was für den Anwender sehr ange­nehm ist.
Und bis­her noch gar nicht erwähnt, beein­flusst den Anwender auch schon die Ladezeit der Seite, bzw. ein­zel­ner Inhalte. Grundsätzlich lässt sich sagen, je schnel­ler die Inhalte gela­den wer­den, umso posi­ti­ver ist der Anwender der Seite gegen­über gestimmt.
Last but not least: Immer an die „mensch­li­chen“ Faktoren den­ken: Der Anwender ent­schei­det oft schnell, unbe­wusst ohne nach­zu­den­ken. Er hat nicht viel Zeit, bzw. nimmt sich viel, um die Seite erst­mal aus­gie­big zu stu­die­ren, son­dern trifft meis­tens die erst­beste Entscheidung!

Beispiel zwei­ter Eindruck — MailChimp

Logo und Hauptnavigation sit­zen da, wo der Anwender es erwar­tet und sind optisch klar her­vor­ge­ho­ben. Großes unge­wöhn­li­ches Teaserbild, große Headline mit kla­rer Aussage, dazu ein mar­kan­ter Call-to-Action-Button. Darunter eine Headline mit Teaserbildern. Die Elemente für den zwei­ten Eindruck sind ein­deu­tig optisch her­vor­ge­ho­ben und der Anwender wird nicht über­for­dert mit Inhalten. Vorbildlich!

Beispiel zwei­ter Eindruck — web://contact

Logo und Hauptnavigation sind auch hier wie im ers­ten Beispiel schnell zu fin­den — inter­es­sant zu sehen, dass das Logo hier rechts steht, beim ers­ten Beispiel links. Funktioniert also bei­des! Eine Headline beste­hend aus einem ein­zi­gen Wort — weni­ger geht nicht. Auf den Punkt gebracht, nennt man das dann wohl. Großes Teaserbild, die erste Referenz. Diese Elemente — alle in einer grü­nen Fläche — heben sich somit vom Rest ab. Dann folgt die Subline von viel Weißraum umge­ben und ein mar­kan­ter (Kreis-)Button. Insgesamt sehr über­sicht­lich und klar struk­tu­riert und die Inhalte las­sen sich schnell auf­neh­men. Es wird keine Zeit durch unnö­tige Bilder oder Texte veschwen­det. Kompliment!

Beispiel zwei­ter Eindruck — Versions

Navigation oben, ein rie­ßi­ges Logo samt kur­zer selbst­er­klä­ren­der Wortmarke. Dazu zwei Call-to-Action-Buttons. Fertig ist alles für einen schnel­len zwei­ten Eindruck. Ergänzt noch durch eine Subline, Screenshot und zwei Teasern. Kurz und klar!

Beispiel zwei­ter Eindruck — cube­d­route

Logo und Navigation im roten Balken mit viel Platz klar abge­trennt vom Content. Eine große Headline. Kurz und aus­sa­ge­kräf­tig. Dann zwei Reihen Headline und Teaserbilder. Wer sich hier nicht schnell einen zwei­ten Eindruck ver­schaf­fen kann… Sehr schön!

Fazit:

Der zweite Eindruck ent­schei­det, ob sich der Anwender wei­ter auf der Seite auf­hält oder zur nächs­ten Seite wei­ter­geht, die nur einen Klick ent­fernt ist. Daher ist seine Bedeutung nicht zu unterschätzen.

Denn bevor der Anwender über­haupt zum groß pro­pa­gier­ten „Content is king“ kommt, muss er erst­mal über­zeugt wer­den, dass da „könig­li­che“ Inhalte auf ihn war­ten könn­ten! Dies geht in ers­ter Linie über opti­sche Gestaltungsmittel in Ergänzung der ers­ten redak­tio­nel­len Inhalte (Navigationspunkte, Headlines, Bildauswahl etc.).

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